Schon als kleiner Bub interessierten mich Dampfmaschinen. Im gossen Spielwarenladen in der Zürcher Bahnhofstrasse standen einige davon in einer Vitrine an der ich meine Nase platt drückte. Auch eine kleine Dampflok mit grünem Steuerhaus, schwarzem Kessel und rotem Fahrwerk stand neben den Maschinen von Wilesco. Alle diese Modelle blieben für mich ausser Reichweite. Ich bekam aber bald eine Modellbahn geschenkt, Fabrikat LIMA, konnte man damals bei Migros kaufen. Ich baute immer wieder an meiner Modellbahn, es kam auch zusätzliches Rollmaterial dazu. Mit zunehmendem Alter richteten sich meine Interesse auf andere spannende Dinge aus, nein nicht auf das eigene Auto

Erst zahlreiche Jahre später erinnerte ich mich wieder an meine Modelleisenbahn, ich beschäftigte mich wieder damit.
Irgendwann bekam ich eine Dampflok aus einem Nachlass angeboten. Der Hersteller war weder mir noch dem Verkäufer bekannt. Das Modell, offenbar im LGB Massstab gebaut, trug die Aufschrift "Roundhouse", war sehr stark verschmutzt und sah nicht so aus als würde es laufen. Der Verkäufer meinet nur dass sein Vater das Modell wenige Male unter Dampf fahren liess, ein Echtdampfmodell also.
Ich suchte im Internet nach einer Firma "Roundhouse" und fand schnell heraus dass es diese Firma noch gibt und selbst das Modell unter dem Namen "Billy" immer noch hergestellt wird. Meine Nachfrage ergab das Ersatzteile auch für das mir angebotene Modell erhältlich seien und das Modell an Hand der Seriennummer etwas mehr als 20 Jahre alt sein müsste.
Ich kaufte das Modell mit der Absicht es wieder zum funktionieren zu bekommen. Nach einer ersten Reinigung präsentierte sich Billy so:
Kurz darauf war ich in Grossbritannien unterwegs und ich besuchte die Firma Roundhouse. Da auf deren Internetseite Öffnungszeiten eines Showrooms angegeben waren erschien ich ohne Anmeldung im Showroom. Ich wurde sehr nett empfangen, erzählte der dort anwesenden Frau von meinem Modell Billy und dessen Zustand. Ich wurde umfassend über die Bauweise und die Funktion des Modells informiert. An einem im Showroom vorhandenem Modell Billy zeigte man mir wie das Modell korrekt angeheizt und gefahren wird. Ich kaufte Ersatzdichtungen, ein Sicherheitsventil, Gasdüse, Schrauben, Oel usw. Es stellte sich auch noch heraus das mein Modell gänzlich nach Normen des vereinigten Königreichs gefertigt ist als Zollmasse, Schrauben nach BA-Standard usw. Zuhause machte ich mich an die Reparatur meines Billy, dank Anleitungen vom Hersteller gab es keine Probleme. Die erste Inbetriebnahme gelang problemlos.
Ich spendierte dem Modell stärkere Pufferbohlen und andere Kupplungen welche sowohl mit LGB Modellen wie auch mittels "Link & Pin" Verbindung zu Wagen herstellen können.
Das Modell sieht heute so aus:
Die "Kampfspuren" vom früheren Besitzer habe ich belassen, dann und wann müssen die Messingteile neu aufpoliert werden. Ansonsten läuft das Modell ausgezeichnet und ist sehr leicht zu bedienen. Anders als bei anderen Herstellern sind bei den Modellen von Roundhouse das Kesselwasservolumen und das Flüssiggasvolumen der Feuerung aufeinander abgestimmt. Das Gas geht aus bevor der Kessel leer ist, deswegen verfügt dieses Modell über kein Wasserstandsglas welches beobachtet werden muss. Da das Modell schon bei recht wenig Dampfdruck selbständig anläuft braucht es eigentlich kein Manometer, es ist aber trotzdem eines vorhanden welches den Kesseldruck natürlich in Pound per Squareinch (PSI) anzeigt.
Grüsse
Beat